Die Buchpreisbindung und E-Books
Sämtliche in Deutschland verlegten Bücher, Musiknoten und kartographischen Werke unterliegen der Buchpreisbindung, die in erster Linie dem Schutz kleinerer Verlage dienen soll. So müssen sich sowohl Buchimporteure, als auch Verleger auf einen Verkaufspreis für ihre Produkte festlegen. Auf diese Art und Weise können sich selbst kleinere Verlage in der harten Welt des Buchhandels behaupten, schließlich unterliegen alle literarischen Erscheinungen der Buchpreisbindung.
Im Gegensatz dazu existiert in vielen anderen Ländern, wie zum Beispiel Großbritannien oder den USA, eine solche gesetzliche Regelung nicht, wodurch die Verlage den Preis ihrer Bucherscheinungen jederzeit variieren können. So werden schlecht laufende Titel in der Regel zu äußerst geringen Preisen angeboten, um das Lager für neue Werke zu räumen. Darüber hinaus prägen regelmäßige Sonderverkäufe den britischen und US-amerikanischen Buchhandel, sodass das deutsche Preisniveau für Bücher im internationalen Vergleich recht hoch ist.
Viele Menschen halten die Buchpreisbindung für nicht mehr zeitgemäß und fordern die Abschaffung des entsprechenden Gesetzes. So hat der aktuelle Hype um E-Books die Kritiker erneut auf den Plan gerufen, denn hierbei ist die Rechtslage nach wie vor unklar.
Der Börsenverein des deutschen Buchhandels ist der Ansicht, dass die Buchpreisbindung auch für elektronische Bücher gilt, schließlich handelt es sich hierbei um verlags- und buchhandelstypische Produkte. Die Tatsache, dass E-Books Print-Ausgaben entweder reproduzieren oder gänzlich ersetzen, sorgt laut des Börsenvereins des deutschen Buchhandels eindeutig für klare Verhältnisse. So werden Verstöße gegen das Buchpreisbindungsgesetz bei E-Books seit Beginn des Jahres 2009 wettbewerbsrechtlich verfolgt und zur Anzeige gebracht.
Die Preisgestaltung für E-Books gestaltet sich dennoch mehr als schwierig, schließlich existieren bislang keine diesbezüglichen Vorgaben. Ob sich der Preis eines E-Books an dem eines gedruckten Buchs orientieren soll, soll durch eine entsprechende Abänderung des Buchpreisbindungsgesetzes nun endgültig geklärt werden.
Das Börsenblatt-Interview mit Christian Russ finden Sie hier
Die Stellungnahme des Börsenvereins finden Sie hier zum Download: Preisbindung eBooks.pdf (24,72 kB)









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