Geschichte des E-Books
Die Geschichte des E-Books. Die digitale Verfügbarkeit von Büchern war frühzeitig Diskussionsgegenstand der sich abzeichnenden Informationsgesellschaft. Sie gehörte auch zur ursprünglichen Konzeption des World Wide Web und seiner Auszeichnungssprache HTML, wofür bestimmte META-Angaben vorgesehen waren, die eine sequentielle Abfolge von HTML-Dateien kennzeichnen sollten.
Diese blieben jedoch von den Entwicklern der Browser-Software unberücksichtigt. Das zugrundeliegende Konzept Hypertext war zunächst rein dokumentenorientiert und schien dem auf Sequenz und Dramaturgie ausgerichteten Buch allzu sehr gegenläufig. Entsprechend handelt es sich bei E-Books im Format HTML meist um eine einzige große Datei, welche den kompletten Inhalt enthält. Die Navigationsmöglichkeiten darin bleiben meist auf die Scroll-Leiste oder simple Kapitelanwahl beschränkt.
Project Gutenberg
Bereits seit 1971 gibt es das nicht-kommerzielle Project Gutenberg, welches sich zum Ziel gesetzt hat, rechtefreie Literatur in digitaler Form kostenlos anzubieten. Dabei ging es zunächst nur um das Anbieten in unstrukturiertem Textformat, weswegen man kaum von „E-Books“ sprechen konnte. Erst in jüngster Zeit halten dort auch typische E-Book-Formate wie Plucker Einzug. Im deutschen Projekt Gutenberg-DE werden einige Texte zudem auch als Handybuch zur Verfügung gestellt.
Der „E-Book-Hype“
Adobe Systems entwickelte aus PostScript das Format PDF, legte es offen und bot den dazugehörigen Acrobat Reader kostenlos zum Herunterladen an. Damit gelang es der Firma, einen plattformübergreifenden Quasi-Standard für formatierte Daten zu setzen.
Mitte bis Ende der 1990er-Jahre riefen die denkbaren Einsparungen für Herstellung und Vertrieb von gedruckten Büchern viele Investoren auf den Plan. Der Begriff „E-Book“ wurde vorübergehend zum Synonym für portierbare Druckdateien.
Die Anfänge lassen sich in einem Gemeinschaftsprojekt zwischen dem Institut für Technische Mechanik der Universität Karlsruhe (TH) und IBM Deutschland finden. Prof. Dr.-Ing. W. Wedig setzte Vorlesungen im Fach Technische Mechanik und Technische Schwingungslehre in digitale Form um. Ein anderes frühes Beispiel war im Jahr 1993 die Anleitung der Spiele Ultima Underworld 1 und 2 im PDF-Format auf der Kompendiums-Compact-Disc. Auf der CD war die Anleitung für die zwei Computerspiele und die DOS-Version des Acrobat Readers enthalten. Mit diesem Programm konnte man die Anleitung betrachten, darin suchen, blättern und sie ausdrucken.
Die Druckindustrie sah in den E-Books keine ernsthafte Gefahr für das „echte“ Buch als Kulturträgermedium für Literatur, weil beim Printmedium Buch materielle Eigenschaften eine wichtige Rolle spielen. Gleichzeitig entwickelten sich auf Bücher spezialisierte Online-Vertriebsfirmen wie Amazon. Sie rationalisierten Logistik und Bestellwesen radikal und erreichten damit in kurzer Zeit eine marktbeherrschende Stellung. Dadurch bescherten sie dem gedruckten Buch nie gekannte Auflagen.
In den folgenden Jahren blieben E-Books wirtschaftlich ein Nischenmarkt. Es bildete sich eine Szene heraus, in der zeitgenössische Literatur gescannt, via OCR in Texte gewandelt, mehrfach korrekturgelesen, untereinander ausgetauscht und schließlich ausgedruckt oder auf PDAs gelesen wurde - meist ohne Einverständnis der Rechteinhaber. Da meist nur vergriffene oder mindestens ein Jahr alte Bücher digitalisiert wurden, gingen die Rechteinhaber wegen des geringen finanziellen Verlustes nicht aktiv dagegen vor.
Mitte der 1990er-Jahre brachte Bertelsmann mit dem BEE-Book Nachschlagewerke in einer mit Multimediainhalten angereichten Fassung auf CD-ROM heraus. Weitere Versuche zum kommerziellen Vertrieb von E-Books kamen 1999–2000 in der der New Economy auf. Parallel dazu etablierte sich das Untergrundforum eBookz, welches bis 2003 existierte.
Mehrere Verlage experimentierten mit E-Books, unter anderem O’Reilly mit ihren Bookshelf-CDs. Diese umfassten ein reguläres Buch und auf CD-ROM sieben E-Books zu einem entsprechenden Thema im HTML-Format.
Eine Marktstellung erreichten E-Books als digitale Buchkopien auf Basis des PDF-Formats bei Fachpublikationen. Dort spielen Funktionen wie Volltextsuche eine wichtigere Rolle als buchtypische Kriterien wie Aussehen, Anfühlen, Dramaturgie usw. Daher werden vor allem Fachbücher in digitaler Form verkauft.
Die Fachbuchverlage produzieren digitale Publikationen, die Auswahl wächst ständig. Auf der Frankfurter Buchmesse 2007 wurde festgestellt, dass bereits 30 % aller Fachbücher als E-Books erhältlich sind.
Kurz vor der Frankfurter Buchmesse 2008 hatten Random House und Penguin „exponentiell wachsende“ E-Book-Umsätze. Auch deutsche Publikumsverlage wie Droemer Knaur kündigten E-Books an, obwohl Lesegeräte noch nicht flächendeckend zu haben waren.
Themenbereiche sind vor allem Wirtschaft, Recht, Computer/EDV, Medizin/Gesundheit, Psychologie/Pädagogik und Politik/Zeitgeschichte. Jeden Monat kommen auf diese Weise etwa 100 neue digitale Titel auf den deutschen Buchmarkt.
Durch die Verbreitung von PDAs hat auch das Plucker-Format an Bedeutung gewonnen, eignet sich aber formatbedingt hauptsächlich für kürzere Informationseinheiten wie einzelne Artikel.
Aus Russland stammt die E-Book-Initiative FictionBook, die eher der strukturell-funktionalen Variante zuzurechnen ist, auch wenn sie Konvertierungen in PDF- oder HTML-Format vorsehen. Auf Basis eines speziellen XML-Formats mit Dateiendung “.fb2″ gibt es bereits umfangreiche, russischsprachige Bibliotheken mit Werken klassischer russischer Dichter.
Motivation ist hier vor allem, russische Literatur weltweit kostenlos verfügbar zu machen. Diverse E-Book-Reader unterstützen das Format FictionBook.
In der ersten Jahreshälfte 2009 wurden laut GfK rund 65.000 digitale Bücher heruntergeladen - am häufigsten wie auch bei gedruckten Belletristik und Ratgeber. Sie kosteten zwischen 1,99 und 25 Euro; durchschnittlich 10,26 Euro.
E-Books mit Ajax
Es gibt auch Ansätze, Websites als dynamische E-Books mit Hilfe von DOM und Ajax zu gestalten. Die Darstellungsmöglichkeiten entsprechen denen des verwendeten Webbrowsers, sind also gleichermaßen durch diesen beschränkt (z. B. typografische Möglichkeiten) wie umfassend durch dessen Unterstützung von Multimedia-Elementen.
Als Reader dient hier der Browser selbst, der durch einen skriptgestützten Client Manager ergänzt wird. Als Ausgangsformate eignen sich (X)HTML sowie diverse Variationen von XML. Ein Standardformat gibt es derzeit nicht.









Ich finde es wirklich interessant, dass die Geschichte der Ebooks doch so weit ins letzte Jahrhundert zurückreicht. Ich war bisher der Meinung, dass es sich bei diesen um eine Innovation dieser Tage handelt. Ich bin gespannt, wie sich das in den kommenden Jahren entwickelt.
Besonders interessant finde ichd ie Möglichkeit kostenfreier E-Books: Alte Bücher auf die es kein Copyright mehr gibt oder Bücher von Autoren die einfach nur viele Leser möchten weil kein Verlag ihr Buch herausbringen möchte - hier steckt noch eine Menge Potential drin, weil in Deutschland nur wenige Menschen bereit sind für E-Books Geld zu zahlen.
Ich hätte gar nicht vermutet, dass es selbst das Gutenberg-Projekt schon so lange gibt. Vielmehr hätte ich gedacht, dass es ein Kind des Internets ist. Oder besser gesagt des WWW, denn das Internet an sich gibt es ja natürlich schon eine ganze Weile länger.
Jedenfalls sehe ich bei den Ebooks beide Seiten - die Vorteile ebenso wie die Nachteile. Auf ein Gedichtband in elektronischer Form würde ich z.B. gerne verzichten wollen. Für ein umfangreiches Nachschlagewerk dagegen sind Ebooks wie geschaffen.
Ich denke auch, dass hinter den E-Books noch ein gigantisches Potenzial steckt, das genutzt werden sollte. Allerdings bleibt abzuwarten, wie sich die Entwicklung weiterhin gestaltet. Immerhin möchte künftig auch Google E-Books verkaufen. Mit diesem Vorstoß dürfte die Entwicklung einen neuen Meilenstein nehmen.
Leave your response!
About reader-eBook.de
Schlagworte
Amazon Kindle 2 Amazon Kindle 3 eBook Reader Amazon Kindle DX Buchpreisbindung eBooks E-Book-Reader E-Books ebook ebook reader ebookreader eBooks eBooks on Demand erotische literatur Geschichte des E-Books ireader Kindle 2 Kindle 2 E-Book-Reader Kindle 9XXXD Kindle DX Sonys E-Book-Reader Txtr readerVideo - Kindle DX
Archive
Seiten
Kategorien
Linkliste
Neueste Artikel
Neue Kommentare
Reader-eBook.de