E-Books
Die Geschichte der E-Books, wie man sie heute kennt, begann im Jahre 1971 mit der Gründung des Project Gutenberg. Die Initiatoren dieses nicht-kommerziellen Projekts verfolgten von Anfang an das Ziel, rechtefreie Literatur im Internet frei zugänglich zu machen. So entwickelte sich das englischsprachige Project Gutenberg, dessen Name an den Erfinder des Buchdrucks Johannes Gutenberg erinnert, zu der wohl größten Bibliothek im weltweiten Datennetz. Obwohl damals noch kein eigenes Format für digitale Texte existierte und diese daher im ASCI-Format abgespeichert wurden, handelte es sich hierbei um die ersten eBooks.
Im Laufe der letzten Jahre entwickelte sich das Internet stetig weiter, sodass auch das Project Gutenberg einem ständigen Wandel unterlag. Mittlerweile umfasst die Datenbank mehr als 25.000 Titel, die passionierten Lese-Freunden jederzeit kostenlos zur Verfügung stehen. Neben den überwiegend englischsprachigen Werken, die teilweise ebenfalls in akustischer Form vorliegen, sind auch rund 500 deutsche Bücher Teil des internationalen Project Gutenberg.
Nachdem das US-amerikanische Softwareunternehmen Adobe Systems 1993 das innovative PDF-Format entwickelt hatte, stand dem Siegeszug der E-Books und damit auch der eBook Reader nichts mehr im Wege. Schließlich ermöglichte das neuartige Portable Document Format erstmals eine originalgetreue Wiedergabe von beispielsweise Text-Dateien, die von der Hardware und dem Betriebssystem vollkommen unabhängig war. Auf diese Art und Weise machte erst das PDF-Format einen problemlosen Datei-Austausch möglich und bedeutete somit einen Meilenstein in der Geschichte des Internets.
Gegen Ende der 90er-Jahre entstand dann ein regelrechter Hype um das damals neuartige E-Book. Viele Investoren glaubten an das Ende des traditionellen Buchs aus Papier und steckten ihr Vermögen daher in die E-Book-Branche. Das enorme Einsparungspotential in den Bereichen Herstellung und Vertrieb machte diesen Sektor plötzlich äußerst attraktiv, sodass zahlreiche Unternehmen in E-Books investierten. So fürchteten einige Verlage die mögliche Konkurrenz durch das neue Medium E-Book, doch schon nach kurzer Zeit zeigte sich, dass sich das digitale Buch nicht wirklich durchsetzen konnte.
Das äußerst geringe Angebot an E-Books, sowie der Mangel an entsprechenden Lesegeräten waren somit dafür verantwortlich, dass das E-Book bald wieder in Vergessenheit geriet. Nur eine relativ kleine Szene hielt an diesem innovativen Format fest und erstellte in mühsamer Handarbeit digitale Versionen von erfolgreichen Büchern. Ebenfalls im Bereich der Fachliteratur blieben E-Books weiterhin ein Thema, doch die breite Öffentlichkeit schenkte dem elektronischen Buch keinerlei Beachtung mehr.
Erst nachdem Amazon 2007 einen speziellen E-Book-Reader, das sogenannte Kindle, auf den Markt brachte, wuchs das allgemeine Interesse an E-Books wieder. Dieses mobile Gerät zeichnete sich durch einen maximalen Komfort aus und bot Nutzern Zugriff auf den Kindle Store von Amazon. So konnten Freunde des E-Books erstmals mittels einer Mobilfunkverbindung neue Literatur bequem und in sekundenschnelle herunterladen.
Mittlerweile genießen E-Books und die entsprechenden Lesegeräte in den USA absolute Akzeptanz und erfreuen sich enormer Popularität. Obwohl auch hierzulande bereits einige E-Book-Reader verfügbar sind, hält sich die Begeisterung für E-Books derzeit noch in Grenzen. Hierfür ist in erster Linie das äußerst geringe Angebot an digitaler Literatur verantwortlich, denn bislang hat der Kindle Store in Deutschland seine Pforten noch nicht geöffnet.
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